Seelengerüttel

27
Mai
2008

Completely verwirrt.

Eigentlich war ja alles geklärt. Wirklich verändert hatte das in unserem Umgang allerdings nur, daß er mich zu Begrüßung und Abschied nicht mehr auf den Mund sondern nur auf die Wange küsste und keine Anstalten mehr machte, wieder hier zu übernachten.
Ich hatte ihm gesagt, daß wir nicht so zusammenleben können, wie er sich das vorstellt. Ich nicht. Das ich mich nicht "für das Kind zusammenreissen" will. Die nächsten 18 Jahre. Das ich mich nach und nach immer mehr zurückgezogen hatte in der Schwangerschaft, weil ich mir so allein gelassen vorkam. Auch - oder besonders - gefühlsmäßig. Das es zwar ehrenvoll von ihm sei, ich mir aber kein Leben an seine Seite vorstellen könnte, nur des Kindes wegen.

Ich hatte das alles schon einmal erlebt. Mit Ex damals. Und genauso fühlte ich mich wieder. In einer Beziehung gefangen wo es eigentlich nichts mehr zu retten gab. Nur nicht aufgeben. Als ich das am Ende erkannte und mich endlich trennte, ging es mir irgendwann besser.
Was aus mir geworden war und wie sehr Ex mein ohnehin schon geringes Selbstbewusstsein systematisch zerstört hatte, das wurde mir auch erst später bewusst.

All das spürte ich jetzt wieder. Einen Mann, der mich nicht anfassen mochte und überall lieber war als bei mir. Und obwohl ich nach aussen auch erkannte, daß es auch an ihm lag, suchte ich wieder mal die fehler bei mir. Weil ich ja zugegebenermaßen nicht die einfachste bin.
Ich versuchte, das Hausmütterchen zu sein, wie er es aus vorherigen Beziehungen kannte. Kochte noch abends extra, wo er sich dann fadenscheinig entschuldigte. Ich kaufte schöne Unterwäsche, die er nie zu Gesicht bekam, weil er nach dem email-checken wieder ging. Was ich auch tat, er zog sich mehr zurück. Und ich verkroch mich mal wieder im Schneckenhaus.

Nach aussen das Traumpaar. Glücklich in freudiger Erwartung des Babys. Innerlich wusste ich schon, daß da wieder etwas komplett beschissen läuft, wollte nur mal wieder die Konsequenzen nicht aussprechen. Bis Muttertag alles überkochte und von dem in den letzten Jahren mühsam aufgebauten "ich" nur noch ein kleines, heulendes Elend übrig blieb. Und dann beendete ich das, weil ich nicht mehr die Kraft hatte, das Theater aufrecht zu erhalten.


Wie gesagt, im Umgang hatte sich nicht viel verändert.
Und kein böses Wort. Was ich nicht erwartet hatte. Er blieb einfach. Im Hintergrund, ja, aber er blieb.
Und so wuchs der Respekt wieder. Also bei mir. Vor ihm. Weil ich ihn nicht mehr lieben musste. Es wurde mir wieder bewusst, was ich an ihm so schätzte, lange bevor wir uns die Paarrolle gedrängt hatten. Damals, als ich ihn nur kannte.

Das letzte Wochenende war dann einfach...stimmig. Zuerst begann es mit einer Familienfeier seiner Seite, wo das Baby ich natürlich anwesend sein musste. Aber das ging OK, da meine Eltern auch eingeladen waren und ich so nicht ganz so allein war.
Dann war noch MoGo, wo wir zusammen mit ein paar anderen hinfuhren. Alles Rennzicken und ein Roller, warauf ich natürlich von einigen eigentlich meiner (zukünftigen Ex-)Truppe recht blöd angesehen wurde. Bei einer Musterung der Maschinen neben meiner und anschließendem Nicht-Grüßens, dachte ich mir nur, daß ich bei denen, mit den ich fuhr, wohl deutlich besser aufgehoben bin und fuhr weiterhin konsequent neben dem Roller! *trotz*
Als wir beiden anschließend nach Hause fuhren bemerkte ich mal wieder, was wir für ein lustiges Paar abgeben. Ich auf der fetten Alt-Herren-Maschine, in Jeans und Lederjache und er auf dem bunten Rennmoped mit dem Anzug. Als ich ihm sagte, er solle vorfahren, tat er das an einer Stelle, worauf ich gefasst war und auch schon Gas zum Überholen gab - allerdings kam es mir eher so vor, als würde ich stehen, so zersägte er mich...

Naja, auf jeden Fall änderte sich irgendetwas im Umgang/ den Gefühlen, was auch immer.

Als er dann am Sonntag Abed ging, habe ich ihm irgendwie den Mund, nicht die Wange wie sonst, entgegengestreckt. Keine Ahnung, das ging alles so schnell und ohne Nachdenken.

Seit dem ist das dann auch irgendwie wieder alles anders. Gestern blieb er dann auch über Nacht, was auch Ok war. Passiert ist auch rein gar nichts, aber trotzdem. Oder vielleicht auch gerade deshalb. Wer weiß das schon so genau?

Auf jeden Fall hatte ich mich heute auch tierisch darauf gefreut, daß er abends mehr Zeit hat und wohl auch wieder hier übernachten wird. Was er auch tat. Legte sich ins Bett, machte die Augen zu - und schnarchte! Wobei ich ja von Haus aus schon agressiv werde! Und ich war so enttäuscht. Aber gesagt hatte ich ja auch nichts, wie sollte er das wissen? Und er ebenfalls nicht. Und ich kam mir so blöd vor. Mal ja, mal nein, dann doch wieder ja... Nur zu gern würd ich es auf die verdammten Hormone schieben, wärend und nach der Schwangerschaft. Und ja, das wird mitgespielt haben, keine Frage, aber nicht nur.

Ich bin mir z.Zt. selbst nicht sicher, was genau ich will. Wenn ich jetzt ja sage und es eben wieder einen Schritt weiter geht, dann sollte ich mir aber sicher sein. Um seinetwillen zumindest. Obwohl ich nicht mal weiß, wie sicher er ist. Was für ein Kindergarten. Ich hatte gedacht, wenn die Pubertät erst einmal überstanden ist, hat man so was nicht mehr.
Und nun liegt er dort, in meinem Bett. Schnarchend. So laut schnarchend, daß ich es hier höre. Trotz geschlosseneer Türen und Musik. Will ich das? So für immer? Um das Schnarchen geht es ja gar nicht. Das steht quasi stellvertretend für alles, womit ich nicht so wirklich umgehen kann. Mein gewohntes Leben aufgeben. Das meine Wohnung nicht mehr meine sein wird. Und so wird es dann ja zwangsläufig werden. Meine Rückzugsmöglichkeiten aufgeben. ich weiß nicht, ob ich dazu bereit bin. Noch dazu mit jemanden, den ich ja noch nicht wirklich kenne. Und der, noch viel schlimmer, noch nichts wirklich von mir kennt. Nur das Bild, was ich nach außen gebe. Ich aber ja nicht bin. Der noch weniger zu reden bereit ist, als ich schon.



Den Beitrag hatte ich gestern mittag angefangen. Und nach jeder Unterbrechung war es wieder etwas Neues.
Als das Baby wach wurde, bin ich wieder rübergegangen. Er wurde natürlich auch wach und es war wieder anders. Hat sich entschuldigt, daß er wohl mal wieder so laut geschnarcht hatte. Er hätte gar nicht einschlafen wollen. Nicht gestern.
Und irgendwie kam es dann doch noch dazu. Den gefürchteten Schritt weiter zu gehen. Aber es fühlte sich gut an. So richtig. Doch ich denke ja.

7
Nov
2007

Ungerecht oder Erkenntnis

Und wieder eine Nacht.
Gesehen haben wir uns jetzt drei Tage nicht. Gut, er arbeitet viel. Viel zu viel, aber das aus gutem Grund und das ist auch ok.
Ich weiß, ich wär auch müde, wenn ich von morgens um 7 bis nachts um 11 arbeiten würde. Und deshalb ärgere ich mich auch über mich selbst, daß ich mich darüber ärgert, daß er nicht mehr vorbeikommt.

Ach, das ist schon alles doof. Morgen ist wieder ein Arzttermin, aber ich habe mich auch wieder nicht getraut zu fragen ob er mitkommen möchte. Die Antwort kenne ich:Wenn ich das möchte, wird er selbstverständlich mitkommen. Vielleicht möchte ich aber, daß er es möchte. Von sich aus. Vielleicht auch zuviel verlangt.

Ich stehe mit so vielen Dingen allein. Weil ich auch mal wieder nicht den Mund aufmache vielleicht. Weil ich dem Ganzen nicht traue.

Herrje, ich kenn ihn doch kaum. Und eigentlich haben wir auch kaum Zeit uns kennenzulernen.
Klar, nach außen geben wir ein tolles Paar ab, aber ehrlich, das habe ich schon manches Mal hinter mir, wo es auch nichts brachte.
Bin ich verliebt? Wohö eher nein. Also ich mag ihn, keine Frage und er wird mir auch immer wichtiger. Allerdings traue ich dem nicht so weit über den Weg, daß ich mich öffnen könnte und somit ist es wie (fast) immer. Er bekommt die bestmöglichste Fassade vorgespielt, nur das das im moment nicht gelingen will. wie also sollte er ich auch beweisen.

Normalerweise ist es doch aber so, daß man sich so oft wie möglich anruft, sms schreibt, sich sehen möchte. Das scheint bei uns nicht so. "vernunftsehe" fällt mir dazu ein. Nur ob ich das will?

3
Sep
2007

So viele Gedanken

Nun ist es wieder soweit.
Die Sonne fehlt, es wird grau und dunkel.

Und auch ich verliere mich wieder in grüblerische Gedanken.

Zunächst mache ich mir Sorgen, weil es in der bestimmten Ehe nicht annähernd so verläuft, wie es sollte. Wenn ich sehe, wie sie leidet, obgleich sie es nicht zeigen will. Und doch, bin ich mir sicher, wird ihr langsam bewusst, was für ein Fehler es war. Doch so vieles hängt daran. Sie kämpft sich durch und wird es wohl dennoch leider nicht aufhalten können.
Und ich beginne wütend zu werden. Auf ihn, der sie so verletzt, obwohl sie ihn so liebt. Ich muss mich zwingen, nicht meine Sprüche dazu zu machen. Was schwer fällt. Sehr schwer. Und trotzdem mag ich ihn und die seinen und hoffe noch, daß es sich vielleicht wendet, obwohl ich es gleichzeitig bezweifle.


Auch meine Gefühlswelt ist ein wenig in Unordnung, was ich doch so vermeiden wollte. Diese lockere Liaison - so recht mag ich nicht an mich glauben. Zu wohl fühle ich mich, wenn er da ist. Und auf Dauer nur für das Wochenende leben? Was, wenn eine andere in seine Welt tritt. Ehrlich gesagt, ich wäre schon eifersüchtig.
Ich sollte mich entscheiden, ob ich mich da näher reinziehen lassen will - oder es direkt beenden sollte. Nun leider gehen da Vernunft und Gefühlswelt mal wieder nicht konform.

10
Apr
2007

Lebensmüde.

Das war das Wort, was mir gerade zu meinem Zustand in den Sinn kam. Dabei trifft es das nicht auf die herkömmliche Art. Ich bin müde von meinem Leben, nicht des Lebens.
Aber das ist Haarspalterei. Also egal. Ich schlafe zuwenig. Das ist schon mal definitiv. Allerdings nicht, weil ich nicht will, sondern weil ich nicht kann. Selbst wenn ich mal früh ins Bett gehe, wache ich morgens gerädert auf. Es ist so, als würde der Schlaf sinnlos sein und keine Erholung bringen. Kennt das jemand?
Und ich fühle mich mal wieder nicht wohl in meiner Haut. Bin genervt und gnättelig. Leicht reizbar. Der Spiegel ist ein Feind, zeigt er doch genau das, was ich ühle. Leider sieht man mir es sofort an und ich bringe auch nicht mehr die Kraft auf, mich zu verkleiden, anzumalen. Die Kleidung passt nicht mehr wirklich, kneift und zwackt an allen Stellen. Und meinem Ego tut es auch nicht allzu gut, daß ich ständig darauf angesprochen werde, zugenommen zu haben! Haben die Leute keine anderen Sorgen? *zick*
In meiner Wohnung sieht es aus, als hätte ein Messi gehaust. Wannimmer ich versuche, es zu Ordnen wird es nur immer schlimmer. Jetzt habe ich es vertagt. Morgen und übermorgen noch Doppelschicht. Freitag normal und dann habe ich URLAUB!!! So dringend.




// edit:

Aus Freitag Mittag wird dann jetzt Samstag Mittag Urlaub. :-((
Aber den Tag stehe ich auch noch durch.

5
Apr
2007

Veto-Recht

Es gibt da diese Abmachung zwischen uns. Also meiner Schwester und mir. Sollte eine von uns heiraten wollen, hat die andere das so genannte "Veto-Recht". Das bedeutet, daß diejenige ein halbes Jahr warten muss. Das so etwas nur als absolute Notbremse anzuwenden ist, wenn man also die Gefahr sieht, daß die eigene Schwester blind vor Liebe in ihr Unglück läuft, versteht sich wohl von selbst.

Nun muss man vorweg sagen, daß mein Schwesterchen und ich etwas unterschiedliche Ansichten zum Thema Liebe haben. Wärend ich der "Liebe bis das der Tod Euch scheide" eher skeptisch gegenüberstehe, lebt sie dafür. Will sagen, wenn sie einmal heiraten würde, wäre es definitiv für den Rest ihres Lebens (geplant).

Nun heirate sie Anfang des Jahres standesamtlich und wird im Sommer kirchlich getraut werden. Was übrigens das Einzige ist, was wir als Heiraten verstehen, das andere ist gesetzliches Muss.

Nun hatten sie schon vorher Probleme, so daß ich intensiv drüber nachdachte, das Veto-Recht anzubringen. Dazu sei gesagt, daß die Beiden auch seit erst einem Jahr zusammen sind.

Nun muss ich vielleicht klarstellen, daß ich meinen Schwager unheimlich gern mag. Er ist ein toller, symphatischer Mann, ich mag seine Kinder (die Chaoten) und auch den Rest der Sippe. Ich kann gut mit ihm reden, er ist hilfsbereit, wo er kann, er sieht ganz gut aus (passt zu ihr - sie geben ein schönes Paar ab). Und das allerwichtigste, das Kind meiner Schwester ist ebenso seins geworden, wie seine Kinder die ihren. Äußerlich das perfekte Paar. Sie haben sich grad ein Haus gekauft und zusammen renoviert. All das, was meine Schwester immer erträumte.

Und trotzdem habe ich das Gefühl, daß sie nicht so glücklich ist, wie sie sein sollte - ich es mir für sie wünsche. Es gibt ein paar Dinge, die Schatten werfen. Was ich leider so vorraus gesehen hatte, es aber nicht sehen wollte. Oder besser gesagt gehofft hatte, daß ich mich irre.

Zum einen trinkt er (meiner Meinung nach zuviel). Jeden Abend ein,zwei Flaschen Wein. Er wird dann nicht aggessiv oder so. Manchmal leider etwas verletzend. So hatten sie gestern Abend wieder einen Streit, wo er ihr vorwarf, sie sei zu faul, das Haus in Ordnung zu halten (Frisch eingezogen hat noch nicht alles seinen Platz, weil es noch gar nicht fertig ist) Das würde er von seiner Frau erwarten.
Eine andere Sache ist die, daß er ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten nicht akzeptiert (sie tat viel für die Kirche und die Jugendlichen hier im Dorf) und sie das schon weitestgehend alles eingestellt hat. Das wenige, was sie noch macht, ist ihm noch zuviel.
Sie darf nicht mehr nebenbei arbeiten, obwohl sie das Geld so dringend brauchen würden. Sonntags schon mal gar nicht, da ist Familientag, was ihn allerdings nicht davon abhält arbeiten zu gehen oder sich mit Freunden zu besaufen zu treffen.
Dann haben sie ein befreundetes Paar, wo sie einfach nur perfekt ist. Es gibtr solch Frauen, die immer perfekt durchgestylt sind. Deren Wohnung stets aussieht wie bei Schöner-Wohnen. Deren Kühlschrank immer voll ist mit den leckersten und teuersten Dingen. Sie ist eben so- und das nicht boshaft oder so, sie ist es einfach - und man kommt sich neben ihr wie eine schlampige Vogelscheuche vor. Und gerade sie wird ihr immer vorgehalten. Wo man sich eh schon unwohl fühlt. Und er ist auch ständig bei Ihnen, macht am liebsten immer alles mit denen zusammen und meine Schwester hätte ihn eben auch gern mal für sich.

Ach nein, ich will ihn nicht schlecht machen. Auf keinen Fall. Aber ich denke mir manchmal, daß ich es mir anders gewünscht habe für sie. Und ob ich nicht vielleicht zu feige war, das Veto-Recht einzusetzen.

Ich würde so gern da mal in Ruhe mit ihr drüber reden, aber ich bekomme sie nicht mehr allein. früher haben wir fast jeden tag zusammen gesessen und gequatscht. Gut, das sich das geändert hat, ist ja auch richtig so. Aber ich habe eben das Gefühl, es geht ihr nicht so gut jetzt.
Ich habe sie heute kurz drauf angesprochen, ob sie die kirchliche Hochzeit nicht vielleicht verschieben wolle. Aber das war auch nur so zwischen Tür & Angel. Sie will, natürlich, nicht. Und darüber reden anscheinend auch nicht. Wobei sie auch (ähnlich wie ich) so ein Typ ist, der alles still in sich reinfrisst. Und das möchte ich vermeiden. Ich würde ihr so gern helfen. Ich weiß nur nicht wie.


//edit:
Natürlich weiß ich, dass sie alt genug ist, das allein zu entscheiden. Und es ja auch selbst gewählt hat und auch schon vorher wusste.
Aber, wie ich sie kenne (die einzig kluge Frau, die auf Groschenromane steht) denke ich, sie hoffte eben, dass schon alles gut werden würde.
Ja, vielleicht etwas naiv - aber wie gesagt, sie glaubt eben an die alles überwindene Liebe.

22
Mrz
2007

Big "0" - Resümée

Ich meine "0" nicht "O"!

In einem Monat ist es soweit. Ich werde alt.
Und mit alt meine ich nicht nur alt. Ich meine uralt. Steinalt.
Die große Grenze.
Die Grenze vom Mädchen zur Frau.

30

Das muss ich erst mal sacken lassen.
Also offiziell werde ich ja erst 29.
In weiser Voraussicht habe ich letztes Jahr den 28 wiederholt.
Ist auch niemanden aufgefallen.
Denn damit rechnet ja auch keiner.
Aber das nutzt alles nichts.
Mich selbst vermag ich nicht zu täuschen.

Also. Zurück zum Thema. Ich werde also alt.
Vermehrt tauchen die Fragen auf, ob ich nicht mal langsam ans Heiraten denken sollte. Ob ich das aus meinem Leben gemacht habe, was ich wollte. Ob ich glücklich bin. Usw.

Ja, dieser Geburtstag wirft Fragen auf.
Auch - oder vor allem - bei mir.
Ich meine, ich kann mich noch daran erinnern, wie wir den 30sten Geburtstag meiner Mutter gefeiert haben und ich mich fragte, ob ich wohl jemals soooo uuuuneeeendlich alt werden würde.
In allen Tests in der Schule wurde gefragt, wo man sich sieht, wenn man 30 (also alt und das Leben vorbei) sein wird.

Tja. Und da bin ich nun. Kurz vor der großen 30.

Habe ich alles erreicht in meinem Leben?
Ja und nein.
Es ist eigendlich alles anders gelaufen, als ich es geplant hatte.
Ich habe nicht sonderlich Karriere gemacht. Nein, eigentlich gar nicht. Ich war mit 19 deutlich erfolgreicher als jetzt, wenn ich mal ehrlich bin. Mehr Geld hatte ich allemal.
Aber hey, alles Auslegungssache.
Ich meine ich wollte ein eigenes Haus, einen tollen Job und einen super Mann. Ich habe eine unfertige, aber recht schöne Wohnung. Einen Job, der Spaß macht und recht sicher ist, wenn ich den Chef nicht verärgere. Und das allerbeste, ich habe einen kleinen Mann zu Hause, der echt supertoll ist!

Was will ich?
Ich möchte mich gern noch mehr weiter entwickeln. Ich habe das Gefühl, als hätte ich die letzten 10 Jahre ansatzweise verpasst. Was zum großen Teil an mir und meiner Vergangenheit lag, an meiner langen Beziehung zum falschen Mann und nicht zuletzt auch daran, daß ich nun alleinerziehend bin und nicht mehr so ausgehen und leben kann, wie ich es gern würde. Das ist jetzt nicht als Beschwerde zu sehen, sondern als Tatsache.

Ich bin eben jetzt noch in der Findungsphase. Und ich bin zerissen. In so vielen Dingen bin ich zu alt, zu reif, zu spießig und in anderen LiebesDingen so dumm, naiv und unerfahren. Was so lächerlich ist in meinem Alter und als Mutter eines Kindes. Aber es ist doch in der Tat so, daß ich erst in den letzten beiden Jahren "aufgewacht" bin. In dem ich aus meinem Kokon ausgebrochen bin, habe ich so vieles über mich erfahren und angefangen zu leben.
(Wie dramatisch sich das jetzt anhört!) Aber das ist nun mal so. Nur weiß ich grad gar nicht so recht wohin mit dem Neuerlebten. Es ist, als hätte man etwas probieren dürfen, aber keine Ahnung, wo man das leckere Zeugs herbekommt. Ich bin so unglaublich neugierig, so.... hungrig.

Ich habe neu angefangen. Und viel erreicht. Und ich ärgere mich auch über mich selbst, daß ich so lange dafür gebracht habe, mich auf diesen Weg zu bekommen.

So. Das Fazit? Ich werde alt und weise. Und ausserdem 30. Und ich werde mich bemühen, meine Bedenken auf der Party zu ertränken!!!

16
Mrz
2007

Ich kann nicht malen,

wenn ich muss.

Ein "Freund" (derjenige welche, weswegen ich hierher umgezogen bin) hat runden Geburtstag und wünschte sich immer ein von mir gemaltes Bild für übers Bett. Schon damals, als wir noch ein Paar waren.

Nun würde ich ihm den Wunsch ja auch gern erfüllen. Nur stellte sich die Motivauswahl als ausgesprochen schwer heraus. Denn das was er sich wünschte, bezog sich auf ein Bild von mir, wo ich einen Mann gemalt hatte. Also sollte es ein Akt von einer Frau werden.

Nun halte ich das allerdings in der jetzigen Lage für nicht sehr angebracht. Meine sonstigen Motive, Blumen bzw. Rosen, aber auch nicht. Denn erstens ist die Rose ja allgemein die Blume der Liebe und ausserdem ein Blümchenbild im Schlafzimmer eines erwachsenen Mannes? Auch nicht so der Hit.

Entschlossen habe ich mich jetzt für eine schräg Rücken-/Seitenansicht einer Frau, die nichts zeigt sondern nur erahnen lässt. Noch dazu hat die gute Dame lange dunkelbraune Haare. Soll ja nicht mit mir zu verwechseln und als Wunschtraum zu sehen sein....*g*

Mein Problem nur, ich kann nicht. Ich bin nicht einmal ansatzweise so "gut"* wie sonst. Normalerweise male ich bis auf wenige Ausnahmen aus dem Bauch heraus. Eben mit Gefühl, weil mir grad danach ist. Und nun ist es wie ein Auftrag. Ich kann nur malen, wenn ich wirklich Lust dazu habe. Naja, und zu diesem Bild fehlte immer der Antrieb. Aber nun auf einmal muss es ja fertigwerden. Und ich bin nicht drin in meinem Bild und so gefällt es mir natürlich gar nicht.



///edit:

zum * beim "gut"
ich bin nicht gut und werds auch nie werden.
Ich kann eigendlich nicht mal ansatzweise malen. Ich mach das nur, weil es mir Spaß macht, als Hobby und weil ich die bilder, die ich für mich male auch in meine Wohnung hänge.

15
Mrz
2007

Seelenrauschen

Manchmal schüttelts mich durch. Ich rausche auf ein Loch zu. Sehe, verstehe und kann es doch nicht bremsen. Bekämpfe das Chaos in mir, in dem ich dem Chaos meiner Wohnung den Kampf ansage. Ein untrügliches Vorzeichen, das mit der Wohnung. Und doch wieder mal zu spät erkannt. Wie so oft, wie zu oft.

Den totalen Absturz habe ich vermeiden können. Diesmal knapp geschafft. Das Auto glänzt ebenso wie die Wohnung. In mir glänzt nichts. Beschäftige mich. Das einzige, was jetzt noch hilft. Die alten Platten rausgekramt und die alten Songs gehört. Rettungsankermusik.

Ich bin so erschöpft und müde. Unendlich müde. Die Ohren dröhnen und es rauscht in meinem Kopf. Schwirrt durcheinander, nichts greifbar. Kann mir von einer Minute auf die andere nicht merken, worüber ich grübelte. Und weiß doch, wenn ich jetzt ins Bett gehe, fressen meine Gedanken mich auf. Also gehe ich nicht. Bleibe wach.

Aber es hat etwas positives. Ich habe die Gefahr erkannt und weiß mir zu helfen. Kein Absturz diesmal! Und schon morgen kann ich stolz auf mich sein, wenn ich das überstanden haben werde.
Ein Ziel.
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