Completely verwirrt.
Eigentlich war ja alles geklärt. Wirklich verändert hatte das in unserem Umgang allerdings nur, daß er mich zu Begrüßung und Abschied nicht mehr auf den Mund sondern nur auf die Wange küsste und keine Anstalten mehr machte, wieder hier zu übernachten.
Ich hatte ihm gesagt, daß wir nicht so zusammenleben können, wie er sich das vorstellt. Ich nicht. Das ich mich nicht "für das Kind zusammenreissen" will. Die nächsten 18 Jahre. Das ich mich nach und nach immer mehr zurückgezogen hatte in der Schwangerschaft, weil ich mir so allein gelassen vorkam. Auch - oder besonders - gefühlsmäßig. Das es zwar ehrenvoll von ihm sei, ich mir aber kein Leben an seine Seite vorstellen könnte, nur des Kindes wegen.
Ich hatte das alles schon einmal erlebt. Mit Ex damals. Und genauso fühlte ich mich wieder. In einer Beziehung gefangen wo es eigentlich nichts mehr zu retten gab. Nur nicht aufgeben. Als ich das am Ende erkannte und mich endlich trennte, ging es mir irgendwann besser.
Was aus mir geworden war und wie sehr Ex mein ohnehin schon geringes Selbstbewusstsein systematisch zerstört hatte, das wurde mir auch erst später bewusst.
All das spürte ich jetzt wieder. Einen Mann, der mich nicht anfassen mochte und überall lieber war als bei mir. Und obwohl ich nach aussen auch erkannte, daß es auch an ihm lag, suchte ich wieder mal die fehler bei mir. Weil ich ja zugegebenermaßen nicht die einfachste bin.
Ich versuchte, das Hausmütterchen zu sein, wie er es aus vorherigen Beziehungen kannte. Kochte noch abends extra, wo er sich dann fadenscheinig entschuldigte. Ich kaufte schöne Unterwäsche, die er nie zu Gesicht bekam, weil er nach dem email-checken wieder ging. Was ich auch tat, er zog sich mehr zurück. Und ich verkroch mich mal wieder im Schneckenhaus.
Nach aussen das Traumpaar. Glücklich in freudiger Erwartung des Babys. Innerlich wusste ich schon, daß da wieder etwas komplett beschissen läuft, wollte nur mal wieder die Konsequenzen nicht aussprechen. Bis Muttertag alles überkochte und von dem in den letzten Jahren mühsam aufgebauten "ich" nur noch ein kleines, heulendes Elend übrig blieb. Und dann beendete ich das, weil ich nicht mehr die Kraft hatte, das Theater aufrecht zu erhalten.
Wie gesagt, im Umgang hatte sich nicht viel verändert.
Und kein böses Wort. Was ich nicht erwartet hatte. Er blieb einfach. Im Hintergrund, ja, aber er blieb.
Und so wuchs der Respekt wieder. Also bei mir. Vor ihm. Weil ich ihn nicht mehr lieben musste. Es wurde mir wieder bewusst, was ich an ihm so schätzte, lange bevor wir uns die Paarrolle gedrängt hatten. Damals, als ich ihn nur kannte.
Das letzte Wochenende war dann einfach...stimmig. Zuerst begann es mit einer Familienfeier seiner Seite, wo das Baby ich natürlich anwesend sein musste. Aber das ging OK, da meine Eltern auch eingeladen waren und ich so nicht ganz so allein war.
Dann war noch MoGo, wo wir zusammen mit ein paar anderen hinfuhren. Alles Rennzicken und ein Roller, warauf ich natürlich von einigen eigentlich meiner (zukünftigen Ex-)Truppe recht blöd angesehen wurde. Bei einer Musterung der Maschinen neben meiner und anschließendem Nicht-Grüßens, dachte ich mir nur, daß ich bei denen, mit den ich fuhr, wohl deutlich besser aufgehoben bin und fuhr weiterhin konsequent neben dem Roller! *trotz*
Als wir beiden anschließend nach Hause fuhren bemerkte ich mal wieder, was wir für ein lustiges Paar abgeben. Ich auf der fetten Alt-Herren-Maschine, in Jeans und Lederjache und er auf dem bunten Rennmoped mit dem Anzug. Als ich ihm sagte, er solle vorfahren, tat er das an einer Stelle, worauf ich gefasst war und auch schon Gas zum Überholen gab - allerdings kam es mir eher so vor, als würde ich stehen, so zersägte er mich...
Naja, auf jeden Fall änderte sich irgendetwas im Umgang/ den Gefühlen, was auch immer.
Als er dann am Sonntag Abed ging, habe ich ihm irgendwie den Mund, nicht die Wange wie sonst, entgegengestreckt. Keine Ahnung, das ging alles so schnell und ohne Nachdenken.
Seit dem ist das dann auch irgendwie wieder alles anders. Gestern blieb er dann auch über Nacht, was auch Ok war. Passiert ist auch rein gar nichts, aber trotzdem. Oder vielleicht auch gerade deshalb. Wer weiß das schon so genau?
Auf jeden Fall hatte ich mich heute auch tierisch darauf gefreut, daß er abends mehr Zeit hat und wohl auch wieder hier übernachten wird. Was er auch tat. Legte sich ins Bett, machte die Augen zu - und schnarchte! Wobei ich ja von Haus aus schon agressiv werde! Und ich war so enttäuscht. Aber gesagt hatte ich ja auch nichts, wie sollte er das wissen? Und er ebenfalls nicht. Und ich kam mir so blöd vor. Mal ja, mal nein, dann doch wieder ja... Nur zu gern würd ich es auf die verdammten Hormone schieben, wärend und nach der Schwangerschaft. Und ja, das wird mitgespielt haben, keine Frage, aber nicht nur.
Ich bin mir z.Zt. selbst nicht sicher, was genau ich will. Wenn ich jetzt ja sage und es eben wieder einen Schritt weiter geht, dann sollte ich mir aber sicher sein. Um seinetwillen zumindest. Obwohl ich nicht mal weiß, wie sicher er ist. Was für ein Kindergarten. Ich hatte gedacht, wenn die Pubertät erst einmal überstanden ist, hat man so was nicht mehr.
Und nun liegt er dort, in meinem Bett. Schnarchend. So laut schnarchend, daß ich es hier höre. Trotz geschlosseneer Türen und Musik. Will ich das? So für immer? Um das Schnarchen geht es ja gar nicht. Das steht quasi stellvertretend für alles, womit ich nicht so wirklich umgehen kann. Mein gewohntes Leben aufgeben. Das meine Wohnung nicht mehr meine sein wird. Und so wird es dann ja zwangsläufig werden. Meine Rückzugsmöglichkeiten aufgeben. ich weiß nicht, ob ich dazu bereit bin. Noch dazu mit jemanden, den ich ja noch nicht wirklich kenne. Und der, noch viel schlimmer, noch nichts wirklich von mir kennt. Nur das Bild, was ich nach außen gebe. Ich aber ja nicht bin. Der noch weniger zu reden bereit ist, als ich schon.
Den Beitrag hatte ich gestern mittag angefangen. Und nach jeder Unterbrechung war es wieder etwas Neues.
Als das Baby wach wurde, bin ich wieder rübergegangen. Er wurde natürlich auch wach und es war wieder anders. Hat sich entschuldigt, daß er wohl mal wieder so laut geschnarcht hatte. Er hätte gar nicht einschlafen wollen. Nicht gestern.
Und irgendwie kam es dann doch noch dazu. Den gefürchteten Schritt weiter zu gehen. Aber es fühlte sich gut an. So richtig. Doch ich denke ja.
Ich hatte ihm gesagt, daß wir nicht so zusammenleben können, wie er sich das vorstellt. Ich nicht. Das ich mich nicht "für das Kind zusammenreissen" will. Die nächsten 18 Jahre. Das ich mich nach und nach immer mehr zurückgezogen hatte in der Schwangerschaft, weil ich mir so allein gelassen vorkam. Auch - oder besonders - gefühlsmäßig. Das es zwar ehrenvoll von ihm sei, ich mir aber kein Leben an seine Seite vorstellen könnte, nur des Kindes wegen.
Ich hatte das alles schon einmal erlebt. Mit Ex damals. Und genauso fühlte ich mich wieder. In einer Beziehung gefangen wo es eigentlich nichts mehr zu retten gab. Nur nicht aufgeben. Als ich das am Ende erkannte und mich endlich trennte, ging es mir irgendwann besser.
Was aus mir geworden war und wie sehr Ex mein ohnehin schon geringes Selbstbewusstsein systematisch zerstört hatte, das wurde mir auch erst später bewusst.
All das spürte ich jetzt wieder. Einen Mann, der mich nicht anfassen mochte und überall lieber war als bei mir. Und obwohl ich nach aussen auch erkannte, daß es auch an ihm lag, suchte ich wieder mal die fehler bei mir. Weil ich ja zugegebenermaßen nicht die einfachste bin.
Ich versuchte, das Hausmütterchen zu sein, wie er es aus vorherigen Beziehungen kannte. Kochte noch abends extra, wo er sich dann fadenscheinig entschuldigte. Ich kaufte schöne Unterwäsche, die er nie zu Gesicht bekam, weil er nach dem email-checken wieder ging. Was ich auch tat, er zog sich mehr zurück. Und ich verkroch mich mal wieder im Schneckenhaus.
Nach aussen das Traumpaar. Glücklich in freudiger Erwartung des Babys. Innerlich wusste ich schon, daß da wieder etwas komplett beschissen läuft, wollte nur mal wieder die Konsequenzen nicht aussprechen. Bis Muttertag alles überkochte und von dem in den letzten Jahren mühsam aufgebauten "ich" nur noch ein kleines, heulendes Elend übrig blieb. Und dann beendete ich das, weil ich nicht mehr die Kraft hatte, das Theater aufrecht zu erhalten.
Wie gesagt, im Umgang hatte sich nicht viel verändert.
Und kein böses Wort. Was ich nicht erwartet hatte. Er blieb einfach. Im Hintergrund, ja, aber er blieb.
Und so wuchs der Respekt wieder. Also bei mir. Vor ihm. Weil ich ihn nicht mehr lieben musste. Es wurde mir wieder bewusst, was ich an ihm so schätzte, lange bevor wir uns die Paarrolle gedrängt hatten. Damals, als ich ihn nur kannte.
Das letzte Wochenende war dann einfach...stimmig. Zuerst begann es mit einer Familienfeier seiner Seite, wo
Dann war noch MoGo, wo wir zusammen mit ein paar anderen hinfuhren. Alles Rennzicken und ein Roller, warauf ich natürlich von einigen eigentlich meiner (zukünftigen Ex-)Truppe recht blöd angesehen wurde. Bei einer Musterung der Maschinen neben meiner und anschließendem Nicht-Grüßens, dachte ich mir nur, daß ich bei denen, mit den ich fuhr, wohl deutlich besser aufgehoben bin und fuhr weiterhin konsequent neben dem Roller! *trotz*
Als wir beiden anschließend nach Hause fuhren bemerkte ich mal wieder, was wir für ein lustiges Paar abgeben. Ich auf der fetten Alt-Herren-Maschine, in Jeans und Lederjache und er auf dem bunten Rennmoped mit dem Anzug. Als ich ihm sagte, er solle vorfahren, tat er das an einer Stelle, worauf ich gefasst war und auch schon Gas zum Überholen gab - allerdings kam es mir eher so vor, als würde ich stehen, so zersägte er mich...
Naja, auf jeden Fall änderte sich irgendetwas im Umgang/ den Gefühlen, was auch immer.
Als er dann am Sonntag Abed ging, habe ich ihm irgendwie den Mund, nicht die Wange wie sonst, entgegengestreckt. Keine Ahnung, das ging alles so schnell und ohne Nachdenken.
Seit dem ist das dann auch irgendwie wieder alles anders. Gestern blieb er dann auch über Nacht, was auch Ok war. Passiert ist auch rein gar nichts, aber trotzdem. Oder vielleicht auch gerade deshalb. Wer weiß das schon so genau?
Auf jeden Fall hatte ich mich heute auch tierisch darauf gefreut, daß er abends mehr Zeit hat und wohl auch wieder hier übernachten wird. Was er auch tat. Legte sich ins Bett, machte die Augen zu - und schnarchte! Wobei ich ja von Haus aus schon agressiv werde! Und ich war so enttäuscht. Aber gesagt hatte ich ja auch nichts, wie sollte er das wissen? Und er ebenfalls nicht. Und ich kam mir so blöd vor. Mal ja, mal nein, dann doch wieder ja... Nur zu gern würd ich es auf die verdammten Hormone schieben, wärend und nach der Schwangerschaft. Und ja, das wird mitgespielt haben, keine Frage, aber nicht nur.
Ich bin mir z.Zt. selbst nicht sicher, was genau ich will. Wenn ich jetzt ja sage und es eben wieder einen Schritt weiter geht, dann sollte ich mir aber sicher sein. Um seinetwillen zumindest. Obwohl ich nicht mal weiß, wie sicher er ist. Was für ein Kindergarten. Ich hatte gedacht, wenn die Pubertät erst einmal überstanden ist, hat man so was nicht mehr.
Und nun liegt er dort, in meinem Bett. Schnarchend. So laut schnarchend, daß ich es hier höre. Trotz geschlosseneer Türen und Musik. Will ich das? So für immer? Um das Schnarchen geht es ja gar nicht. Das steht quasi stellvertretend für alles, womit ich nicht so wirklich umgehen kann. Mein gewohntes Leben aufgeben. Das meine Wohnung nicht mehr meine sein wird. Und so wird es dann ja zwangsläufig werden. Meine Rückzugsmöglichkeiten aufgeben. ich weiß nicht, ob ich dazu bereit bin. Noch dazu mit jemanden, den ich ja noch nicht wirklich kenne. Und der, noch viel schlimmer, noch nichts wirklich von mir kennt. Nur das Bild, was ich nach außen gebe. Ich aber ja nicht bin. Der noch weniger zu reden bereit ist, als ich schon.
Den Beitrag hatte ich gestern mittag angefangen. Und nach jeder Unterbrechung war es wieder etwas Neues.
Als das Baby wach wurde, bin ich wieder rübergegangen. Er wurde natürlich auch wach und es war wieder anders. Hat sich entschuldigt, daß er wohl mal wieder so laut geschnarcht hatte. Er hätte gar nicht einschlafen wollen. Nicht gestern.
Und irgendwie kam es dann doch noch dazu. Den gefürchteten Schritt weiter zu gehen. Aber es fühlte sich gut an. So richtig. Doch ich denke ja.
Mondelfchen - 27. Mai, 23:23
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